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Ausflug ins Grauen
Geschrieben von: Dennis Rohde   
Sonntag, den 29. November 2009 um 17:49 Uhr

TV Mesum - CVJM Heeren-Werve 3:0 25:11, 25:11, 25:13

"22 jahre spiele ich nun in der Ersten, aber sowas habe ich noch nicht erlebt," kommentierte Heerens Urgestein Borchert die entwürdigende Vorstellung des CVJM I im vermeintlichen Spitzenspiel des letzten Hinrundenspieltags.
70 Minuten hatte die Anreise der Heerener gedauert, das Spiel selber war in einer Dreiviertelstunde passé.
Schon lange hatte man Steller Morgenweg nicht mehr derart erzornt erlebt wie während dieser Partie. Auslöser seiner Gefühlslage war, dass sich Heeren vor gut 30 Zuschauern absolut blamierte und eine Leistung ablieferte für die man sich noch in der Kreisliga schämen müsste. In jedem Sportunterricht der siebten Jahrganges wird besser angenommen als es das Heerener Kollektiv am Samstag zustande brachte.
Rohde, der nur als Trainer aggierte, hatte Mühe passende Worte zu finden: "Das war derart unwürdig, dass es mir schon während der Auszeiten schwer fiel nicht in Galgenhumor zu flüchten. Trotz meines Bänderrisses hätte ich es in der Annahme nicht schlechter machen können, als die Jungs, die heute auf dem Feld standen. Es gibt auf der ganzen Welt wohl nicht genug Alkohol um sich auch nur einen Aspekt unserer heutigen Leistung schön zu saufen. Das Ganze war derart desillusionierend und niederschmetternd, dass ich nichtmals mehr genug Energie hatte um wütend auf die Spieler zu sein(!). Eine Ursachenforschung fällt mir schwer. Jeder unserer Akteure hat in seiner langjährigen Volleyballerkarriere gezeigt, dass er es eigentlich besser kann. Heute jedoch sind wir total auseinandergebrochen. Fakt ist zudem, dass unsere Formkurve in letzter Zeit steil nach unten zeigt und wiedereinmal zu erkennen war, dass uns in derartigen Spielen ein Leader mit Eiern in der Hose fehlt."

Den Heerenern bleibt nun nurnoch, sich in zwei Wochen irgendwie mit einem Sieg gegen Brackwede in die Winterpause zu retten und auf die traditionell starke Rückrunde zu hoffen. Auch wenn Heeren mit nur zwei Punkten Rückstand auf die Spitzenreiter nach wie vor auf dem dritten Platz liegt, verbietet es sich nach dieser Vorstellung in nächster Zeit das Wort Aufstieg auch nur zu denken.

Rohde ergänzte: "Motivationsexperten holen in solchen Situationen gerne den alten Spruch "Wenn man auf die Schnauze fliegt, muss man wieder aufstehen" aus der Schublade. Wir sind heute aber nicht hingefallen, das heute war ein Kopfschuss. Und nach einem Kopfschuss fällt es für gewöhnlich schwer, wieder aufzustehen. Meine Mannschaft hat mir vor einiger Zeit mal ins Stammbuch geschrieben, mehr Positivität zu verströmen. Nach langem Nachdenken sind mir auch drei gute Gesichtspunkte der Partie eingefallen:
1) Es hat sich niemand verletzt - zumindest körperlich, ob seelische Narben zurückgeblieben sind ist noch ungewiss
2) Wir haben in jedem Satz ein zweistelliges Punkteergebnis eingefahren
3) Auch in dieser Partie gab es nur zwei Punkte zu gewinnen. Trotz des Klassenunterschiedes in dieser Begegnung sind uns folglich weder Mesum noch Münster meilenweit enteilt.

Um den Spielverlauf erkenntlich zu machen, ein paar Spielstände aus den drei (kurzen) Sätzen (aus Sicht des CVJM):
Satz 1: 2:4, 4:9, 4:20(!), 10:23, 11:25
Satz 2: 5:2, 6:11, 9:17, 10:23, 11:25
Satz 3: 5:3, 9:7, 11:18, 12:23, 13:25

 Es ist zu hoffen, dass das Spiel ein einmaliger Ausrutscher bleibt und Routinier Borchert soetwas in den nächsten 22 Jahren seiner Karriere nicht nochmal erleben muss ;)